Rotary wirkt – erzählen wir davon!

zondag 30 augustus 2026

DG Urs F. Meyer

Liebe rotarische Freundinnen und Freunde

In den letzten Wochen wurde viel über das aussergewöhnlich warme Wetter gesprochen. Egal wo man sich traf – früher oder später war das Wetter ein Thema. Manchmal habe ich mir dabei gedacht: Wenn über Rotary und unsere vielen Projekte ebenso selbstverständlich gesprochen würde, hätten unsere rotarischen Botschaften bereits eine beachtliche Reichweite.

Natürlich wissen wir alle: Positive Nachrichten verbreiten sich oft weniger schnell als negative Schlagzeilen. Und doch haben gerade positive Geschichten eine besondere Kraft. Sie zeigen, was Menschen gemeinsam bewirken können. Sie machen Mut. Und sie laden andere ein, ebenfalls Teil davon zu werden.

Rotary International bringt es mit dem Leitsatz «People of Action» sehr treffend auf den Punkt. Rotary ist keine Idee auf dem Papier. Rotary geschieht dort, wo Menschen handeln: in sozialen Projekten, im Jugenddienst, in internationalen Partnerschaften, bei lokalen Hilfsaktionen, in persönlichen Begegnungen und in der stillen, verlässlichen Arbeit vieler Clubs.

In unseren Clubs wissen wir, was geleistet wird. Wir erleben es an Meetings, in Projektgruppen, bei Hands-on-Einsätzen und in Gesprächen mit Menschen, denen geholfen wurde. Gleichzeitig fällt es uns in der Schweiz manchmal schwer, darüber zu sprechen. Vielleicht gehört eine gewisse Zurückhaltung zu unserer Kultur. Man tut etwas Gutes, ohne grosses Aufheben darum zu machen. Das ist sympathisch – und sehr schweizerisch. Aber es hat auch eine Kehrseite: Wenn wir zu wenig erzählen, bleibt vieles unsichtbar. 

Dabei geht es nicht darum, sich selbst zu feiern. Es geht darum, Wirkung sichtbar zu machen. Wer sieht, was Rotary bewirkt, versteht besser, wofür wir stehen. Wer versteht, wofür wir stehen, wird eher neugierig. Und aus dieser Neugier können Fragen entstehen, die für die Zukunft unserer Clubs wichtig sind: Was macht Rotary eigentlich? Wer engagiert sich dort? Kann man mitmachen?

Gerade mit Blick auf die Mitgliedschaft und die Entwicklung unserer Clubs ist Sichtbarkeit deshalb zentral. Für unser soziales Engagement und unsere Hands-on-Projekte brauchen wir aktive Clubs mit einer guten Altersdurchmischung. Dazu gehört, dass wir uns immer wieder fragen, wie unser Clubleben auf jüngere und ältere Mitglieder wirkt. Bieten wir Menschen ein Club-Zuhause, in dem sie sich willkommen fühlen, sich einbringen können und gerne Verantwortung übernehmen? Es geht nicht nur darum, neue Mitglieder zu gewinnen. Es geht ebenso darum, langjährige, verdiente Mitglieder zu halten und die Stärken verschiedener Generationen miteinander zu verbinden.

Umso erfreulicher ist es, dass diese Überlegungen bereits in vielen Action Plans der Clubs aufgenommen wurden. Das zeigt: Clubentwicklung ist kein abstraktes Thema, sondern eine konkrete Aufgabe, die vielerorts aktiv angegangen wird. Kleine Schritte können dabei viel bewirken – ein offener Anlass, ein sichtbares Projekt, ein persönliches Gespräch, ein gemeinsamer Auftritt mehrerer Clubs oder ein Bericht, der zeigt, was Rotary vor Ort leistet. 

Ein schönes Beispiel für rotarische Wirkung findet sich auch in diesem Newsletter: der Bericht über die Europareise von Austauschschülerinnen und Austauschschülern aus der Schweiz. Begleitet wurden sie auf einem Teil ihrer Reise von Rot. Gaby Henzmann vom RC Gösgen-Niederamt, Mitglied der Kommission Jugenddienst. Was junge Menschen aus einem Austauschjahr mit nach Hause nehmen, ist in den allermeisten Fällen weit mehr als eine Reiseerfahrung. Es ist Lebensschule: Offenheit, Selbständigkeit, Freundschaften über Grenzen hinweg und ein neues Verständnis für andere Kulturen.

Grossartig ist deshalb auch, was die am Austauschprogramm teilnehmenden Clubs leisten. Sie suchen Gastfamilien, begleiten Jugendliche, öffnen Türen und tragen dazu bei, dass junge Menschen prägende Erfahrungen machen dürfen. Auch das ist Rotary: Begegnungen ermöglichen, Horizonte erweitern und Vertrauen über Grenzen hinweg schaffen.

Wenn wir solche Geschichten erzählen, machen wir nicht Werbung im lauten Sinn. Wir zeigen einfach, was Rotary ist und was Rotary kann. Sichtbarkeit entsteht nicht durch grosse Kampagnen allein, sondern durch viele kleine, glaubwürdige Geschichten aus unseren Clubs. Erzählen wir sie öfter – im persönlichen Gespräch, auf der Clubwebseite, in lokalen Medien, auf Social Media oder im Austausch mit Interessierten. Nicht laut, aber klar. Nicht selbstgefällig, sondern mit Freude an dem, was gemeinsam möglich ist.

Ich wünsche euch einen guten September, inspirierende Begegnungen in euren Clubs und den Mut, die Wirkung von Rotary sichtbar zu machen. Denn was leuchtet, darf man auch sehen.

Euer DG

Urs F. Meyer